Mitgliederbericht
 

Ort: Norwegen

Zeit: 15.05.97 - 14.06.97

Autor:


Eva Liesering   Mail


Norwegenreise zum 70. Geburtstag
 

Ein Reisetagebuch Teil V

Donnerstag, 12.06.97

Heute bin ich schon früh wach, bin ganz allein beim Duschen und wecke danach die anderen. Um 10.00 Uhr sitzen wir alle vor unseren Hütten beim Frühstück. Das Wetter ist herrlich, Sonne, blauer Himmel und eine leichte Brise. Trotzdem bin ich nicht so toll in Stimmung wie sonst morgens, dies ist unser letzter Morgen in Norwegen, heute heißt es Abschied nehmen, wer weiß, für wie lange?

Nachdem die Hütten geräumt sind, kaufen wir in dem kleinen Laden des Campingplatzes ein und fahren um 11.30 Uhr ab. Wieder halten wir an dem Parkplatz kurz vor der Grenze an, denn Hedi und Hermann kennen den Elgåfoss noch nicht. Auf dem Weg durch das Birkenwäldchen entdeckt Bernhard einen Biberbau. Er sammelt auch Birkenrinde, um für Hedi ein Armband zu machen.

Nach einiger Zeit fahren wir weiter und erreichen um 12.30 Uhr die Grenze. Hier gibt es auch ein kleines Lädchen, in dem man seine letzten Kronen ausgeben kann. Da ich aber erst gestern einen Scheck eingelöst habe, sind es noch zu viele Kronen, so daß Norbert und ich nur "småpenger" loswerden wollen. Die reichen gerade für ein paar Süßigkeiten und für jeden ein Eis. Wenige Meter weiter steht ein Schild mit dem Hinweis, daß hier Schweden beginnt. Bernhard fotografiert Norbert und mich vor dem Schild auf der anderen Straßenseite: Beginn von Norwegen.

Auf dem Weg zum Auto kämpfe ich still für mich mit ein paar Tränen.
In Schweden hat unser Sträßchen die Nummer 165, führt aber weiter durch Wälder und ist recht schmal. Im nächsten größeren Ort (?) tausche ich in einer Bank alle norwegischen Kronen in schwedische bzw. dänische um. Dann fahren wir weiter und erreichen bei Hällevadsholm die E 6, der wir nun folgen. Da es noch früh ist und unsere Fähre erst für morgen gebucht ist, verlassen wir die E 6 bald wieder und biegen ab auf kleinere Straßen, um über die Inseln Orust und Tjörn zu fahren und die schwedischen Schären zu sehen. Diesen Teil von Schweden kennen Norbert und ich noch nicht, aber Maria und Bernhard waren hier schon mehrmals auf ihren Touren.

Um 14.00 Uhr erreichen wir einen kleinen Campingplatz am Meer, wo sie auch schon übernachtet haben. Direkt daneben liegt ein öffentlicher Strand, dort ist der richtige Platz für eine schöne und sonnige Mittagspause. Auf glatten Steinen direkt am Wasser sitzen wir in der Sonne und lassen es uns schmecken. Danach ist Bernhard nicht mehr zu halten: zumindest ein Bad im Meer muß sein, sonst ist es kein Urlaub!

Maria folgt ihm ins kühle Naß, aber nur bis zu den Knien. Norbert und ich sehen lieber nur zu. Obwohl es wirklich sehr warm an Land ist, ist das Wasser recht frisch.

Um 15.00 Uhr fahren wir weiter, schon eine halbe Stunde später wird der nächste Halt eingelegt. Die Brücke von der Insel Orust hinüber nach Tjörn erlaubt herrliche Ausblicke auf die Schärenwelt und das tiefblaue Wasser.

Dann geht's weiter, und bei Stenungsund erreichen wir über mehrere Brücken wieder die E 6. Ein Blick zurück nach ein paar Kilometern Fahrt zeigt uns noch einmal die Insel und die Brückenverbindung. Dann folgen wir der E 6 bis kurz vor Göteborg. Hier kennt Bernhard eine gute Verbindung zum Hafen, bei der wir nicht durch die ganze Stadt müssen. Dabei fahren wir auch über eine riesige Brücke mit schöner Aussicht.

Um 17.15 Uhr erreichen wir den Fähranleger, den wir heute eigentlich nur aufsuchen wollen, damit ich morgen früh weiß, wo wir hinmüssen, denn Norbert und ich haben auf einem Campingplatz eine Hütte gebucht, und Broscharts wollen wieder am Fähranleger übernachten. Aber plötzlich kommt uns die Idee, wir könnten ja auch heute noch nach Dänemark mitfahren. Bernhard fragt an der Information, und tatsächlich: um 18.30 Uhr geht eine Fähre, die nicht ausgebucht ist.

Die Zeit reicht gerade noch für einen Kaffee, dann stehen wir schon in der Warteschlange. Als das Schiff anlegt, fotografiere ich es mit einem Bus im Vordergrund, damit Mama auch mal sieht, daß da tatsächlich ganze Busse und Züge draufpassen. Dann rollen wir auf das Autodeck und treffen uns anschließend oben auf dem Sonnendeck, ganz am Ende des Schiffes.

Von hier aus verfolgen wir die Abfahrt und beobachten, wie Göteborg - von der Abendsonne bestrahlt - immer kleiner wird. Auch unter der riesigen Brücke kommen wir durch, über die wir am Nachmittag gefahren sind. Aber das Schiff paßt gut unten drunter durch! Norbert fotografiert die Brücke von unten. Nach einiger Zeit sind wir aus dem Schärengebiet heraus und verlassen das Sonnendeck. Wir haben Gutscheine von Stena-Line für das Restaurant und lassen uns das Abendessen gut schmecken. Das Meer liegt spiegelglatt da, deshalb habe ich auch keine Probleme mit evtl. Seekrankheit.

Nun kaufen wir noch zollfrei ein, dabei erzählt Bernhard einem norwegisches Paar, daß es auf dem Schiff immer noch viel teurer ist, als direkt in Deutschland. Nach anfänglichen Zweifeln lassen sie sich überzeugen, und da sie nach Deutschland wollen, werden sie ja selbst sehen, daß er recht hat. Auch wir kaufen nur die Sachen ein, die es eben bei uns nicht gibt: z. B. Multebeerlikör.

Als Frederikshavn näher kommt, gehen wir wieder hinaus auf Deck. Dänemark empfängt uns mit einer dicken Wolkendecke, was Bernhard nicht überrascht. Man kann nicht behaupten, daß er Dänemark besonders schätzt. Um 21.45 Uhr legt die Fähre an, zehn Minuten später rollen wir von Deck und fahren zu Nordstrand-Camping, wo Norbert und ich auch am ersten Abend übernachtet haben. Obwohl es schon 22.00 Uhr ist, hat die Rezeption noch geöffnet und wir mieten eine Hütte für vier Personen. Sie liegt genau neben der, die Norbert und ich hatten. Zum Glück habe ich heute Geld umgetauscht, so daß die schwedischen und dänischen Kronen für alle ausreichen.

Wir räumen die Hütte ein und sitzen noch ein wenig auf der Bank davor zusammen, nur gestört von den Mücken. Um 23.30 Uhr gehen wir schlafen.

Freitag, 13.06.97

Um 8.00 Uhr ist allgemeines Aufstehen. Norbert und ich frühstücken heute allein, denn wir wollen gleich Richtung Heimat aufbrechen, während Broscharts erst morgen zu Hause sein wollen. Aber sie leisten uns natürlich Gesellschaft - und die Mücken auch, denn wir sitzen wieder vor der Hütte. Das Wetter ist sonnig und warm.

Um 9.35 Uhr verabschieden wir uns und fahren ab. Wir rollen ohne größere Pause durch Dänemark, kommen um 10.20 Uhr an Ålborg, um 11.30 Uhr an Århus und um 12.20 Uhr an Kolding vorbei.

Um 13.10 Uhr erreichen wir die deutsche Grenze und machen eine halbe Stunde Pause, die ich auch nutze, um die letzten Kronen wieder in Mark umzutauschen. Dann geht die Fahrt weiter. Um 15.00 Uhr stehen wir in Hamburg im Stau und fahren 20 Minuten später durch den Elbtunnel. Um 15.55 Uhr folgt an der Raststätte Brunautal wieder eine halbe Stunde Pause.

Um 17.15 Uhr sind wir bei Hannover. Um 18.20 Uhr verlassen wir bei Nörten-Hardenberg die Autobahn, weil vor uns ein Stau ist und folgen einer Umleitung bis nach Hannoversch-Münden, wo wir gegen 19.00 Uhr die Autobahn wieder erreichen. Diese Fahrt durch die nordhessische Landschaft hat uns gefallen.

Um 19.10 Uhr kommen wir an Kassel vorbei, sind um 20.20 Uhr am Reiskirchner Dreieck und fahren Richtung Gießen. Um 20.40 Uhr sind wir bei Wetzlar, um 21.07 Uhr in Limburg und um 21.17 Uhr vor unserem Haus.

Ein wunderbarer Urlaub, bei dem wirklich alles gestimmt hat, ist zu Ende.