Gastbericht
Ort: Norwegen, Schweden |
Zeit: 14.7.-27.7.2000 |
Autor: |
Norwegentour Sommer 2000
Samstag, 22.7. ![]() Ich zahle meine 30 NOK Gebühren und mache mich fertig, für die Wanderung, welche bei 640 m beginnt. Der erste Aufstieg ist schon ziemlich strapaziös und schweisstreibend, zumal die Sonne nur so vom Himmel brennt. Ich muß ständig Pause machen und frage mich, was ich hier eigentlich mache. Nach diesem Aufstieg folgt ein wohlverdienter Abstieg in das Litedalen, dem aber ein noch anstrengenderer Aufstieg, auf die nächste Anhöhe folgt. Nachdem ich dort endlich angekommen war, mache ich eine ausgiebige Pause und beobachte, wie einige Basejumper regelrecht an mir vorbeihetzen. Nach einem weiteren Abstieg, diesmal in das Stordalen, folgt der längste und steilste Aufstieg zum eigentlichen Kjeragplateau. ![]() Ich weiß nicht, wie lange ich brauche, dieses Berg zu erklimmen, aber irgendwann habe ich auch das nach unendlich vielen Pausen geschafft und wandere über das hügelige, felsige Plateau Richtung Kjerag. ![]() Mit mir sind noch einige andere Leute unterwegs. Nach einer Weile taucht ein Schild "Kjeragbolten" auf, das gen Westen zeigt. ![]() Ab hier hört die Markierung des Weges mit dem roten "T" auf und man muß sich den Stein selber suchen, was mir noch über eine halbe Stunde mehr Kletterei einbrachte. Ich machte mich mit Louise und Horst aus dem Siegerland, die ich am Kjerag traf, auf die Suche nach dem Stein. Wir umrundeten eine Schlucht, gingen über ein Schneefeld, kraxelten steile Felswände hoch, bis wir auf eine weitere Gruppe Basejumper trafen, die uns sagten, dass wir schon viel zu weit gegangen waren und und den Weg zum Bolten dann zeigten. So mußten wir also wieder zurück und kamen dann glücklich dort an. Ich hielt dort über eine Stunde Rast. Louise und Horst verabschiedeten sich schon vorher und wünschten mir noch viel Glück. Ich beobachtete eine Weile die Basejumper und machte zahlreiche Fotos. Gegen 13.30 Uhr entschloss ich mich dann auch für den Rückweg, zumal von Osten ziemlich schnell dunkle Wolken aufkamen. Ich wollte nicht noch in einen Regen geraten, der die Felsen glatt gemacht hätte. So wandert ich zurück. Bergauf, bergab. Die Sonne verzog sich dann hinter die Wolken, so daß jetzt wenigstens eine kühle Brise wehte. Da der Rückweg nur um einiges leichter ist als der Hinweg, brauchte ich auch dafür 2:15 h. Erschöpft aber total glücklich kam ich unten an und erholte mich erst einmal ausgiebig, bevor ich mich auf den Rückweg zum Campingplatz machte. Dort gab es dann eine heiße Dusche und Nudeln mit Parmesan. Ab und an gab es kurze Schauer an diesem Abend, aber das sollte mir egal sein, ich war einfach nur froh, es geschafft zu haben. Diese 6 km haben es wirklich in sich. Da laufe ich doch lieber 20 km über flaches Land *g*. |
Sonntag, 23.7. ![]() Ich fuhr dann weiter auf der 9 hindurch durch Valle. In Rotemo, nördlich von Valle bog ich auf die 45 nach Dalen ab. Die Straße zog sich unermeßlich in die Länge. Als ich endlich dort ankam, tankte ich erst einmal und machte mich dann auf den Weg in Richtung 134, auf der ich mir ein schnelleres Vorankommen versprach. Aber anfangs war es hier auch schwierig, da sie nur zum Teil ganz gut ausgebaut ist, dann aber wieder durch Enge und Kurven glänzt. Die Sonne brannte erbärmlich und ich bedeckte mein Arme während der Fahrt schon mit einem Handtuch, um die Sonnenallergie am linken Arm nicht noch schlimmer werden zu lassen. Ich fuhr und fuhr und fuhr. Ich wollte so schnell wie möglich nach Schweden. Eine regelrechte Sehnsucht danach hatte mich gepackt. Die Sonne ermüdete mich stark, so daß ich kurz vor Heddal erst einmal anhalten und mir kaltes Wasser ins Gesicht spritzen mußte, um nicht einzuschlafen. Danach ging es und ich fuhr in immer wolkigeres Gebiet. Kurz vor 15.00 Uhr hatte ich dann Drammen passiert und fuhr auf die neue Straße 23 Richtung Drøbak. Diese Straße wurde am 29. 6. 2000 eröffnet und ist wirklich super zu fahren. Breit, tolle Rastplätze und drei Supertunnel. Der Oslofjordtunnel ist 7,2 km lang und in unterschiedlichen Farben beleuchtet, was wirklich mal eine gute Idee ist. Für den Tunnel sind 50 NOK zu zahlen, die aus Westen kommend hinter dem Tunnel zu zahlen sind. Die Straße hat einen Direktanschluß an die E 6, was eine ungeheuere Zeitersparnis zur Fähre über den Drøbaksund darstellt. Romantischer ist aber auf jeden Fall die Fährüberfahrt. Ob es diese, trotzt Tunnel noch gibt, kann ich leider nicht sagen. So fuhr ich die E 6 Richtung Süden. Ich wollte in Halden auf dem Fredriksten Campingplatz übernachten. ![]() Dort angekommen, mußte mich erst einmal wieder an die im Süden höheren Campingplatzpreise gewöhnen. 100 NOK kostete die Nacht. Es fing an zu regnen und so suchte ich mir einen Platz. Das Zelt ist zum Glück schnell aufgebaut, so daß es von daher eh keine Probleme gibt. Nachdem der Schauer vorbei war, ging ich zur Fredriksten Festung, die in unmittelbarer Nähe des Campingplatzes lag. Von hier hat man einen schönen Blick über Halden und das Wasser. Als ich zum Campingplatz zurückkehrte, schälte ich Kartoffeln und kochte sie. Ich aß sie dann mit Butter und Salz. Irgendwie fühlte ich mich auf dem Campingplatz nicht wohl. Er war ziemlich voll, sehr unruhig, was nicht zuletzt durch die mitten durch den Campingplatz verlaufenden öffentliche Straße kam. Das bekam ich erst mit der Zeit raus, daß dies eine Durchgangsstraße war. Und die Einheimischen scheinen sich dort einen Abendgaudi draus zu machen, die Straße auf und ab zu fahren und die Camper wie die Affen im Zoo anzuglotzen. Das hat schon ziemlich genervt. Das allein ist schon ein Grund, den Platz, trotz seiner 4 Sterne (wofür er die bekommen hat, kann ich nicht nachvollziehen) nicht weiterzuempfehlen. An Schlaf war in dieser Nacht auch nicht zu denken, da es mitten in der Nacht ziemlich unruhig wurde, Autos fuhren umher, Leute rannten umher und schmissen die Mülltonnen zu etc. Hier kam nun endlich mein Ohropax zum Einsatz. |
Montag, 24.7. ![]() Dann fuhr ich weiter und war sehr froh, endlich in Schweden zu sein. ![]() Das Wetter war nicht so gut. Bedeckt und feucht. In Schweden ist dies die Straße 165, die in Hällevadsholm auf die E 6 trifft. Die Strecke ist eine schöne Alternative zur E 6 und wenn man Zeit hat, sollte man sie fahren, wenigstens eine Strecke, denn der Grenzübergang Svinesund (E 6) ist ja auch nicht zu verachten. Ich fuhr die E 6 so runter. Ab und zu kam die Sonne mal durch. Aber im großen und ganzen war es bedeckt und hinter Göteborg kamen dann ganze Sturzbäche vom Himmel. Ich hielt dann bei Varbergs Rasta an, tankte und machte Mittagsrast. Anschließend fuhr ich von der E 6 ab auf die 153 in Richtung Ullared. Dort herrschte das reinste Chaos. Soviele Menschen, wie an diesem Tag, hatte ich dort noch nie gesehen. Selbst auf dem Campingplatz war es rammelvoll, so daß ich befürchtete, gar keinen Platz mehr zu bekommen. Es klappte dann aber doch noch. Ich baute das Zelt auf und machte mich zu Fuß zum Ge-Kås Kaufhaus. Doch die Schlange, die da anstand, nur um reinzukommen, war mir doch zu lang, so daß ich mich erst einmal in den umliegenden Geschäften umsah und beschloß, gleich morgen früh ins Kaufhaus zu gehen. Als ich aber gegen 15.30 Uhr sah, daß die Schlange nicht mehr so lang war, ging ich rein und konnte auch einige Schnäppchen erhaschen. So hatte es sich mal wieder gelohnt, obwohl die eine Stunde, die ich an der Kasse anstand, ein hoher Preis war. Völlig erschöpft kam ich auf dem Campingplatz an, duschte, kochte und erholte mich erst einmal. So konnte ich den morgigen Tag ganz anders planen und hatte mehr Zeit für stressfreiere Beschäftigungen. |
Dienstag, 25.7. ![]() So stoppte ich also an den sogenannten "Gottes grünen Wiesen" und ging ein Stück des Weges. Da die Luft dort aber stand, blieb ich nicht lange, und ich fuhr weiter gen Süden. Am Naturreservat in Steninge hielt ich ein weiteres Mal an und ging vor um Wasser, wo ich die Ruhe und das schöne Wetter genoß. Ich blieb eine ganze Weile dort, bis ich dann nach Haverdal fuhr, um mir den dortigen Campingplatz anzuschauen. Er sagte mir nicht zu und ich ahnte, wo ich diese Nacht mal wieder landen würde. In Vilshärad angekommen, sah ich mir Bengts Camping an, der mir auch nicht gefiel. Und so steuerte ich einmal wieder den Vilshärad Campingplatz an. Es waren nur noch 2 Plätze für Zelte frei, obwohl es früher Nachmittag war. Sie verfrachteten mich an einen Campingplatzzaun, hinter dem sich der Müllcontainer des anliegenden Ladens befand. Dementsprechend roch es dann auch und ich wollte einen anderen Platz haben. Für 150 SEK die Nacht, kann man das ja wohl auch erwarten. Es ließ sich dann auch alles ganz gut einrichten und nachdem ich endlich alles aufgebaut hatte, ging ich zum Strand. Da gerade eine dunkle Wolkenfront aufzog, flüchteten viele Menschen von dort und ich ging auch nur kurz spazieren. Zurück am Campingplatz kochte ich mir eine Goulaschsuppe und stiefelte abends noch einmal zum Strand, wo ich noch einige Fotos machte und spazieren ging. |
Mittoch, 26.7. ![]() Nachdem ich dann noch einmal in der Stadt war, fuhr ich gegen 17.30 nach Tylösand, wo sich prompt die Sonne wieder zeigte und ich mir Spaghetti mit Meeresfrüchten und Tomatensoße kochte. Danach ging ich noch einmal an den Strand und genoß die Abendsonne. Hier wurde mir mal wieder total bewußt, wie tief Halmstad und Tylösand in meinem Herzen sind. Ein wunderbares Gefühl und ich konnte mich gar nicht losreißen. Tat es dann aber doch, als es merklich abkühlte und die Sonne hinter Wolken verschwand. Ich fuhr dann zurück zum Campingplatz nach Vilshärad und bröselte so vor mich hin. |
Donnerstag, 27.7. ![]() Es regnete ziemlich stark. Ich spule die E 6 nur so runter, wo sich kurz vor Helsingborg die Schilder häuften, auf denen die Menschen aufgefordert wurden, nicht über die neue Öresundbrücke zu fahren, weil das ja so und soviel Kilometer weiter wäre und man sich die 20minütige Pause auf der Fähre nach Helsingør entgehen ließ. In Helsingborg ging dann kurz vor dem Fährgelände gar nichts mehr. Ich geriet in einen nie gesehenen Stau. Endlich auf dem Fährgelände angekommen, konnte ich dann wenigstens gleich an dem Massen vorbeifahren, weil ich schon eine Fahrkarte hatte. Die aktuelle Fähre schaffte ich trotzdem nicht mehr, aber die nächste war dann meine. Die Fähre war rappelvoll. Auch viele Fußgänger war drauf, meist Schweden, die Bier in Dänemark kaufen wollten und ihre Pfandkästen auf großen Ziehwagen dabei hatten. Durch Dänemark fuhr ich dann ohne Stop und war 13.30 Uhr an der Fähre in Gedser. Die war im großen und ganzen recht leer und ich war gegen 16.40 Uhr in Rostock und damit wieder zu Hause.
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