Einige Hinweise vorab: Man sollte den Weg nur bei trockenem Wetter gehen und nach Möglichkeit aufwärts. Der Rückweg über die Straße kann jedoch wegen dem 2,5 Kilomter langen unbeleuchteten Tunnel nicht zu Fuß erfolgen. Hat man niemanden, der einen oben mit dem Auto wieder abholt, kann man sich normalerweise leicht für den Weg zurück nach unten eine Mitfahrgelegenheit suchen, da der Kjeåsen ein recht beliebtes Ziel ist.
Wer sich nicht scheut, beim Wandern seine Hände hier und dort schon mal ein wenig zur Hilfe zu nehmen, der hat sicher keine Probleme mit diesem Weg sondern - ganz im Gegenteil - eine Menge Spaß.
b dem Parkplatz des Simakraftwerks führt eine Straße
noch einige Meter am Fjord entlang. Dieser folgend überquert man den Auslauf des Turbinenwassers bevor sie sich zu einem Pfad verengt. Ein Blick die glatte Bergflanke hinauf vermittelt eine Ahnung davon, wo sich das Ziel befindet und man fragt sich, wie wohl dort der Weg hinauf führen mag.
Auf im Fels verankerten Bohlen wird ein Stück der von eiszeitlichen Gletschern glatt polierten Felswand überquert. Am Fjord entlang folgt man dem Pfad bis man 2 Gebäude erreicht, ab denen der im weiteren mit roten T-Markierungen versehene Weg sich den Berg hinauf zuwinden beginnt. Es gibt auch vor den erwähnten Gebäuden eine Möglichkeit, den Aufstieg zu beginnen. Beide Wege treffen sich jedoch nach kurzer Strecke.
Der Pfad führt zunächst ein Stück an einem Einschnitt im Hang entlang; diesem gegenüber bieten die Bäume, die sich in jeder Nische des glatten Felsen festkrallen, ein eindrucksvolles Bild. Die Seilkonstruktion, die hier verläuft, wurde erst im Jahre 1940 für den Lastentransport installiert. Bis dahin wurde alles auf dem Rücken zum Hof hinauf getragen.
Bald schwenkt der Pfad nach rechts und führt wenig später über solch glatten Fels, wie eben am Hang gegenüber gesehen. Doch keine Angst, es sind Baumstämme und Seile zur Hilfe befestigt, die ein Abrutschen sicher verhindern.

Nun kommt der steilste Teil der Wanderung. Doch auch dieser läßt sich, Dank der angebrachten Seile und Leitern, ohne große Schwierigkeiten meistern.
Hat man diesen Abschnitt geschafft, führt der Weg - jetzt wieder mit geringerer Steilheit - in Schleifen den Hang hinauf. Im weiteren Verlauf sind an manchen Stellen sogar Stufen vorhanden, die aus Steinen lose aufgeschichtet wurden. Kurze Verschnaufpausen laden ein, den Blick über den Simadalsfjord schweifen zu lassen, denn die Aussicht wird immer beeindruckender, je höher man steigt.
Fragt man sich unterwegs immer wieder, wo an diesem Hang Platz für einen Berghof sein kann, lüftet sich nun das Geheimnis: Das Gelände wird zunehmend flacher und schon bald befindet man sich inmitten von grünen Wiesen (Bitte auf dem Weg bleiben!) unterhalb des Hofes, der wie ein Adlernest über dem Fjord thront.
Während man die grandiose Aussicht genießt und sich vielleicht wundert, was Menschen dazu bewegt hat, gerade hier oben zu siedeln, noch ein paar interessante Dinge über Kjeåsen: Die Gebäude wurden am Ende des 19. Jahrhunderts gebaut. Das gesamte hierfür benötigte Baumaterial (einschließlich des Holzes) wurde über einen Zeitraum von etwa 30 Jahren auf dem Rücken über den Steig, den man eben gekommen ist, hier hinauf getragen.
Dieser Pfad war im Sommer der tägliche Schulweg der Kinder von Kjeåsen. Die Schule befand sich im Simadalen. Im Winter lebten die Schulkinder bei Verwandten unten im Tal und gingen, wenn es möglich war, nur an den Wochenenden hinauf zum Hof. Auch heute noch, kann im Winter der Hof manchmal wochenlang von der Außenwelt abgeschnitten sein, denn die Schneemengen hier oben sind gewaltig (bis zu 4 Meter). Am meisten jedoch fürchteten sich die Bewohner von Kjeåsen vor den enormen Stürmen, die oft die Dächer abzudecken drohten.
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